10-jährige Zusammenarbeit zwischen EXAMION und der Wilhelma Stuttgart - Exotische Fallbeispiele
Die Partnerschaft zwischen EXAMION und dem zoologisch-botanischen Garten Wilhelma Stuttgart besteht seit dem Jahr 2016 und zeichnet sich durch eine enge, praxisnahe Zusammenarbeit aus. Seither bezieht die tiermedizinische Abteilung der Wilhelma regelmäßig moderne Röntgentechnik von EXAMION:
- 2018: Bereitstellung eines CR VITA Flex Scanners
- 2020: Ergänzung um einen Erstverarbeitungsplatz
- 2023: Lieferung eines X-DR Portable Bag L WiFi
- 2024: Austausch durch einen neuen Detektor mit Kombiserver
Im Gegenzug stellt die Wilhelma EXAMION regelmäßig Fallbeispiele aus dem Zoo-Alltag zur Verfügung. Diese beinhalten die Vorgeschichte und Auffälligkeiten des jeweiligen Tieres sowie die Befundung durch die Röntgenaufnahmen und die darauffolgenden Behandlungsmaßnahmen.
Anhand von vier aktuellen Fällen soll der vielfältige Einsatz von Röntgentechnik in der Tiermedizin aufgezeigt und gleichzeitig die Relevanz radiologischer Untersuchungen für die Diagnostik und Behandlung verschiedener Tierarten hervorgehoben werden.


Fall 1: Asiatischer Elefant
Die Elefanten in der Wilhelma werden jährlich einem umfassenden Gesundheitscheck unterzogen. Bei der Elefantenkuh Pama (geb. 1966) ist schon seit Jahrzehnten ein chronischer Hufabszess bekannt, der durch Röntgenaufnahmen der Hufe, jährlich überprüft wird.
Dank intensiver Therapiemaßnahmen mit täglicher Fußpflege konnte die Entzündung gut eingedämmt werden. Die diesjährigen Aufnahmen zeigten glücklicherweise keinen Fortschritt der Krankheit – ein positives Zeichen für die Wirksamkeit der Behandlung.


Fall 2: Hirscheber (Babirusa)
Der Hirscheber Kendari (geb. 2009) zeigte im Sommer 2024 erstmals Auffälligkeiten: reduzierte Futteraufnahme und eine gekrümmte Körperhaltung. Aufgrund seiner Zutraulichkeit konnte er ohne Sedierung im Stand geröntgt werden. Die digitalen Aufnahmen zeigten ausgeprägte Spondylarthrosen entlang der Wirbelsäule.
Trotz gezielter Schmerztherapie verschlechterte sich sein Zustand innerhalb weniger Tage, sodass nach intensiver Beratung eine Euthanasie durchgeführt wurde. Die anschließende Sektion ergab, dass neben den Arthrosen ein weit fortgeschrittenes spindelzelliges Sarkom mit zahlreichen Metastasen im Körper vorlag, wobei der Hirscheber diesbezüglich keine vorherigen Symptome zeigte.


Fall 3: Tasmanischer Nacktnasenwombat
Der Wombat Windemere (geb. 2020) litt im Herbst 2024 an Durchfall, Appetitlosigkeit und Gleichgewichtsstörungen. Nach unauffälligen Laborbefunden erfolgte eine umfangreiche Untersuchung unter Inhalationsnarkose, inklusive Röntgen des Bauches. Die Befunde zeigten eine hohe Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt. Die Diagnose: Dysbiose (Störung der Darmflora). Die Futterumstellung weg von Süßkartoffeln hin zu ballaststoffreicherem Bambus sowie Vitamingaben brachten rasch Besserung – Windemere war wenige Tage später wieder wohlauf und durfte zurück zu seiner Partnerin Wendy ins Gehege.


Fall 4: Mara
Die Mara-Dame Orls (geb. 14.02.2022) zeigte im Oktober 2024 eine deutliche Lahmheit am linken Hinterbein sowie eine Sägebockhaltung. In Zusammenarbeit mit einer Fachtierärztin aus der Kleintierklinik Ludwigsburg-Oßweil erfolgte eine Untersuchung unter Narkose. Im Röntgenbild zeigte sich eine Arthrose des linken Kniegelenks. Eine Feinnadelaspiration diente dem Tumorausschluss – mit negativem Befund. Dennoch verschlechterte sich der Zustand weiter: Rückzug, Appetitverlust und Unbeweglichkeit trotz Schmerztherapie. Nach langer Abwägung verschiedener Optionen war schließlich eine Euthanasie unumgänglich. Die Sektion zeigte eine hochgradige Osteochondrosis dissecans mit chronischer Arthritis und Synovialitis.
