Dentalröntgen in der Veterinärmedizin: Sensor vs. Speicherfolien

Die digitale Röntgenanalyse ist heute Standard in der veterinärmedizinischen Dentaldiagnostik, etwa bei der Erkennung von Parodontitis, Zahnfrakturen, Wurzelveränderungen oder nicht sichtbaren Zahnresorptionen. Die hohe Bildqualität gewährleistet eine präzise Diagnostik, die eine gezielte Therapieplanung ermöglicht und so dazu beiträgt, die Prognose für das Tier zu verbessern. Da die Tiere für die Untersuchung häufig betäubt oder sediert werden, stellt die schnelle Bildverfügbarkeit einen entscheidenden Vorteil dar: Die Narkosezeit kann verkürzt und der Stress für das Tier minimiert werden. Zwei digitale Röntgenverfahren stehen derzeit zur Verfügung: ein indirektes Verfahren, bei dem Speicherfolien nach der Belichtung in einem separaten Scanner digital ausgelesen werden (Computerradiographie, X-CR), sowie das direkte Verfahren, das mithilfe eines Sensors das Röntgenbild aufnimmt und unmittelbar als digitales Bild bereitstellt (digitale Radiographie, X-DR). Beide Verfahren unterscheiden sich also in Technik und Handhabung und werden von Anwendern aus unterschiedlichen Gründen priorisiert.

Hohe Flexibilität durch Speicherfolien

Die X-CR verwendet anstelle des klassischen Röntgenfilms Speicherfolien (phosphoreszierende Folien), sodass der Arbeitsablauf einfacher und umweltfreundlicher ist als bei der klassischen Filmradiographie. Die Folien werden nach der Aufnahme entnommen, in einem separaten Digital-Scanner ausgelesen und so digitalisiert, was je nach Art des benutzten Scanners und der Auflösung des Bildes zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten dauern kann.1

Die Speicherfolien sind in verschiedenen Formaten für verschiedene Gebissgrößen und -regionen erhältlich. Das ermöglicht einen flexiblen Einsatz je nach Tier und Fragestellung. Welche Folienformate ausgelesen werden können, ist vom Scanner abhängig.

Speicherfolien können leicht gebogen und dadurch einfach an den Maul-Innenraum angepasst werden. Sie sind kabellos und dadurch unkompliziert zu platzieren. Außerdem sind sie relativ robust gegenüber Stößen und Druck, können jedoch Kratzer abbekommen.2 Die Speicherfolien können wiederverwendet werden, theoretisch bis zu 100-mal. Ihre Lebensdauer ist aufgrund von Abnutzungserscheinungen jedoch begrenzt.

Effizienter Workflow mit Dental-Sensoren

Im Gegensatz zum X-CR-Verfahren handelt es sich bei den neueren Dental-Sensoren um digitale Detektoren, die Röntgenstrahlen direkt in elektrische Signale umwandeln und ohne Zwischenschritte an den Computer übertragen. Das X-DR-Verfahren verkürzt somit den Zeitaufwand bei der Erstellung von Röntgenbildern, reduziert Arbeitsschritte und sorgt damit für mehr Effizienz in den Abläufen. Aufgrund der unmittelbaren Verfügbarkeit der Bilder können sie sofort nach der Aufnahme ausgewertet werden.

Dental-Sensoren werden direkt im Maul des Tieres platziert. Da die neue Generation der Dental-Sensoren eine höhere Strahlensensitivität besitzt, ist die Strahlenbelastung für das Tier geringer. Moderne Dental-Sensoren können, da sie starr sind, bei sehr kleinen oder empfindlichen Tieren manchmal schwieriger zu positionieren sein.3 Man benötigt mehrere Dental-Sensoren in unterschiedlichen Größen, um die selbe Flexibilität zu erreichen, die einem Speicherfolienformate bieten.
Dental-Sensoren können unbegrenzt häufig eingesetzt, jedoch durch mechanische Belastungen beschädigt werden.

Bildqualität und Kosten im Vergleich

Beide Verfahren gewährleisten eine hohe Bildqualität, wobei der zusätzliche Digitalisierungsschritt des X-CR-Verfahrens zu Einbußen führen kann.4, 5 Die Anschaffungskosten für X-DR-Sensoren sind höher als für das X-CR-Verfahren, jedoch fallen dann keine weiteren Kosten für Verbrauchsmaterialien wie Folien oder Filme an.

Fazit

Der wesentliche Vorteil des X-DR-Verfahrens ist neben einer etwas besseren Bildqualität vor allem die schnelle Verfügbarkeit des digitalen Röntgenbildes. Somit ist diese Variante insbesondere für Praxen mit hohem Durchsatz geeignet, in denen täglich zahlreiche Röntgenanalysen und Kontrolluntersuchungen anfallen. Das X-CR-Verfahren ist dagegen eher für Praxen eine Option, die die Flexibilität der Aufnahmeformate oder geringere Anschaffungskosten priorisieren.

Quellen

1Berkhout WE, et al. A comparison of digital and film radiography in Dutch dental practices assessed by questionnaire. Dentomaxillofac Radiol 2002,31, 93-9.

2Roberts MW, et al. Clinical techniques to reduce sensor plate damage in PSP digital radiography. J Dent Child (Chic) 2004,71, 169-70.

3Coffman CR, et al. Oral and dental imaging equipment and techniques for small animals. Vet Clin North Am Small Anim Pract 2013,43, 489-506.

4Buske N. Digitales Röntgen: Vorteile und Nachteile. Online verfügbar: https://medizinio.de/blog/digitales-roentgen.

5Elkhateeb SM, et al. Analysis of photostimulable phosphor image plate artifacts and their prevalence. World J Clin Cases 2022,10, 437-47.

 

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